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22.09.2021

Sind deutsche Unternehmen ausländerfeindlich?

 

… zugegeben, der Titel des Blogs ist provokant. Aber: Bei einer Befragung von Erwerbstätigen mit Migrationshintergrund in Deutschland sagten gut 41 Prozent, dass sie häufig oder manchmal während einer Bewerbung Diskriminierung erlebt haben. „Bewerbungen werden vorab aussortiert, und zu Bewerbungsgesprächen werden sie gar nicht erst eingeladen"(*).

 

Unsere Erfahrung ist, dass gibt es eine doch größere Zahl an Unternehmen und Institutionen gibt, wo Menschen mit Migrationsgeschichte zum Vorstellungsgespräch eingeladen und auch eingestellt werden. Das sind Unternehmen aller Größen, kleine Unternehmen, z.B. Kindergärten, aber auch große Unternehmen, wie die Deutsche Bahn oder adidas.

 

Leider bleibt aber bei vielen unserer Mentees ein ‚Resteindruck‘, dass an einer gewissen Diskriminierung doch etwas dran ist. Wir betreuen hochqualifizierte Geflüchtete, von denen manche schon mahr als 100 gute und ‚ordentliche‘ Bewerbungen versandt haben, die regional mobil sind und – leider! - noch immer suchen. Da muss keine ‚ausgeprägte‘ Ausländerfeindlichkeit dahinterstecken, aber etwas mehr Offenheit gegenüber Bewerber/innen aus anderen Kulturkreisen wäre toll! Wenn wir alle gemeinsam weiter (mehr) Offenheit praktizieren, uns dafür bei anderen einsetzen - manchmal dafür auch kämpfen! –, wird uns auch die gute Integration von Geflüchteten gut gelingen!

 

Viele türkische Flüchtlinge leider noch nicht ‚versorgt‘, Personaler/innen als Mentoren gesucht

 

Sie erinnern sich vielleicht? Bei uns haben sich in den letzten Monaten viele Geflüchtete registriert, die aus der Türkei stammen und in Deutschland als politisch verfolgt anerkannt sind. Wir versuchen weiterhin nach Kräften, diese Geflüchteten mit einem/r Mentor/in in Kontakt zu bringen. Das klappt meistens, aber – bedauerlicherweise! - leider nicht immer. Leider haben wir noch über 30 Geflüchtete auf der Warteliste. Aktuell versuchen wir, weitere HR-/ Personalmanagement-erfahrene Menschen als Mentor/innen für hr_integrate zu gewinnen (**).

 

hr_integrate-Betreuung per Video-Meeting klappt sehr gut!

 

Zu Beginn der Coronakrise hatten wir große Bedenken, ob die Betreuung per Video-Meeting klappen wird. Aber, es klappt sehr gut! Viele unserer Mentor/innen haben ihre/n Mentee noch nie ‚wirklich‘ getroffen, aber dennoch eine sehr persönliche und herzliche Beziehung aufgebaut.Wir freuen uns sehr darüber, hoffen aber weiterhin, dass wir unsere Mentees bald wieder persönlich treffen können!

 

Online etwas kaufen und uns kostenlos helfen? Denken Sie noch dran?

 

Um Sie nicht ‚zu nerven‘, hier einfach die Links: smile.amazon.de, Gooding und BILDUNGSSPENDER. In einer letzten unserem Blogbeiträge (Link) ist alles detailliert beschrieben. Wir freuen uns, wenn Sie online etwas kaufen und uns dabei kostenlos helfen. Danke schonmal dafür!

 

Bitte Werbung machen

 

Wenn sich die Gelegenheit ergibt: Bitte bei Geflüchteten und ‚Personalern‘ Werbung für hr_integrate machen (Flyer schicken wir gerne zu, einfach eine kurze eMail schreiben (Kontakt)!

Danke für Ihre tolle Unterstützung und alles Gute weiterhin.

 

(*) Süddeutsche Zeitung, 24.08.2021 (Link).

(**) Falls Sie (in Deutschland) eine HR-/ Personalmanagement-erfahrene Person kennen, der/ die bereit ist, eine/n Geflüchtete/n als Mentor/on zu betreuen, würden wir uns freuen, wenn Sie über hr_integrate informieren. Gerne geben wir auch weitere Informationen. .. einfach kurz melden (Kontakt)!

28.07.2021

70. Jahrestag der Genfer Flüchtlingskonvention; danke an alle hr_integrate-Mentor/innen!

Heute ist der 70. Jahrestag eines ‚Meilensteins‘ der Geschichte der Menschlichkeit und Humanität!

 

Am 28. Juli 1951 wurde auf einer Sonderkonferenz der Vereinten Nationen die Genfer Flüchtlingskonvention verabschiedet, die dann am 22. April 1954 in Kraft trat. Die Konvention legt u.a. fest, wer Flüchtling ist, welchen Schutz, Rechte und Hilfe Flüchtlinge erhalten sollten und setzt Mindeststandards für die Behandlung von Flüchtlingen. Besonderes Gewicht hat dabei das Gebot der Nicht-Zurückweisung (Non-Refoulement), das den individuellen Schutzanspruch gegenüber dem Unterzeichnerstaat vor Abschiebung in eine Verfolgungsgefahr festlegt*.

 

Geflüchtete Menschen sind einerseits schutzbedürftig und brauchen aber auch Unterstützung bei der Integration in einem ‚neuen‘ Land. Eine solche Unterstützung bei der beruflichen Integration geben fast 100 hr_integrate-Mentor/innen täglich, indem sie als HR-Profis Flüchtlingen in Deutschland bei der Suche nach einem Arbeitsplatz, einem Ausbildungs- oder Studienplatz unterstützen und begleiten.

 

Da ist dieser runde Jahrestag der Verabschiedung der Genfer Flüchtlingskonvention doch eine gute Gelegenheit, allen hr_integrate-Mentor/innen ganz, ganz herzlich für Ihre Arbeit zu danken. Danke!

 

Unsere Suche nach weiteren hr_integrate-Mentor/innen - aktueller Stand

 

In den letzten Blogs war es ja geschrieben: Die Zahl der Geflüchteten, die um Betreuung durch uns bitten, ist steil angestiegen. Über vielfältige Kanäle haben wir versucht, HR-Profis zu finden und zur Mitarbeit zu motivieren. Eine zweistellige Zahl von Personal-Expert/innen haben sich gemeldet und betreuen inzwischen alle eine/n Mentee. Danke dafür! Und auch danke an Institutionen, Unternehmen und Einzelpersonen, die uns bei der Suche geholfen haben, nämlich (in alphabetischer Reihenfolge) Deutsche Bahn (danke Peter!), Deutsche Gesellschaft für Personalführung, Haufe Group, Hochschule München, Institut für Systemische Beratung Wiesloch, personalintern.de, Universität Halle-Wittenberg (MLU). Danke an alle für die tolle Unterstützung!

 

Aber leider haben wir noch immer rund 20 Geflüchtete auf der Warteliste, die noch auf eine/n hr_integrate-Mentor/in warten. Wenn Sie Kolleg/innen ansprechen möchten, freuen wir uns darüber. Danke schonmal.

 

Jetzt aber erstmal weiterhin einen schönen Sommer und schöne Ferien!

 

 

* Europäische Politiker von Griechenland bis Dänemark - ganz zu schweigen von Ungarn oder Polen – aber auch z.B. Australien und die VAE - missachten leider die Konvention und ihre Grundsätze, wenn es um die „Bewältigung“ des „Flüchtlingsproblems“ vor der eigenen Haustür geht. Push-backs sind leider noch immer gelebte Praxis! Und für alle ‚Skeptiker‘: Human handeln und Schutzbedürftigen ein angemessenes Leben ohne Diskriminierung ermöglichen, bedeutet keineswegs offene Grenzen zu haben.

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